|
Hier muss man....applaudieren - der Truppe, zum erstenmal vor die Öffentlichkeit tretend: was den radikalen Einsatz, die Engagiertheit, den Ernst und die Intensi- tät des Spiels, die bis ins Exzentrische auswuchernde Fantasie bei der Erfindung immer neuer verblüffender Gruppierungen und Tableaus, was schliesslich die Sorgfalt bei der vorbereitenden Arbeit angeht, dürfte das Ensemble zur Zeit seinesgleichen in Berlin nicht so leicht finden. .. das umbuschte Halbrund der Freilicht-Spielstätte wurde in ein partiell fast surreal anmutendes Enviroment aus Natur und Kunst, aus antikisierenden und modernen Requisiten, aus Baldachin und Laufsteg, Grabstätte und Stacheldraht, überwu- chertem Wassergraben verwandelt. Der Autor will jedoch nicht nur eine alte Geschichte in neuen Versen erzählen, er will zeigen, “wie Krieg, Versklavung, Vereinzelung, Vergötterung und Zeus`sche Politik, die mit Intrigen und Verleumdungen arbeitet”, die Welt und die Geschichte, heute wie damals bestimmen. Vergangenes und Gegenwärtiges sind ineinander verwebt. Die Fülle und die Qualität der Einfälle, die waghalsigen Aktionen, kühnen Bild- und Szenenmetaphern machen die Aufführung.....in hohem Masse sehenswert. Der Tagesspiegel, Berlin
|
|