Biographie 6

1890
Geboren am 15. Februar als Sohn eines wohlhabenden Bauern in Nieder-
breidenbach (Rheinland).

1914
Abschluss seines Chemiestudiums mit der Promotion.

1914 - 1917
Er nimmt als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil, zuletzt als Flieger an der
Westfront.

1917 - 1920
Er erhält eine Anstellung bei den Bayer-Werken in Leverkusen. Er wird ent-
lassen aufgrund seiner Alkoholprobleme und wegen seiner antisemitischen
Angriffe auf einen Bankier.

1923
Er wird Mitglied der NSDAP.

1925
Hitler beauftragt ihn mit der Führung des Gaus Rheinland - Süd.

1928
Mitglied des Preussischen Landtags für die NSDAP. Hitler überträgt ihm die
hauptamtliche und damit bezahlte Organisationsleitung im Gau Köln-Aachen.
Er ist Mitbegründer des Parteiorgans “Westdeutscher Beobachter”, das er
vor allem für antisemitische Angriffe auf Waren- und Bankhäuser nutzt.

ab 1930
Mitglied des Reichstags

1931 - 1934
Reichsinspekteur und Stellvertreter des Reichsorganisationsleiters Gregor Strasser.

1933
Er erhält, nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler , die Leitung des
“Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit”.
3. Mai: Er leitet die Zerschlagung aller bisher freien und unabhängigen
Gewerkschaften zur Deutschen Arbeitsfront (DAF). Die an die NSDAP ange-
schlossene DAF übernimmt das Beitragsaufkommen der früheren Gewerkschafts-
mitglieder (1939: 539 Millionen Reichsmark). Mit diesem Kapital finanziert die
DAF ihren Verwaltungsapparat, zahllose Wirtschaftsunternehmen und Gesell-
schaften. Als grösste Massenorganisation im Dritten Reich (1938: 23 Millionen
Mitglieder) kontrolliert die DAF Einstellung und Entlassung von Arbeitskräften,
ihre Entlohnung und Sozialversicherung sowie Altersversorgung.
Er gründet innerhalb der DAF die Organisation “Kraft durch Freude”(KdF)
Das umfangreiche und propagandistisch herausgestellte Massentouristik- und
Freizeitprogramm soll die Bindung der Arbeiterschaft an die Partei verstärken.

1934
November: Als Nachfolger des ermordeten Gregor Strasser wird er zum Reichs-
organisationsleiter der NSDAP.

1935
Die letzte der drei nach seinen Vorstellungen erbauten “Ordensburgen” wird im
Allgäu fertiggestellt. Die Parteischulen sollen die 23- bis 30jährigen zu politi-
schen Leitern der NSDAP ausbilden.

1937
15. Januar: Gemeinsam mit Reichsjugendführer Baldur von Schirach setzt er die
Gründung der “Adolf-Hitler-Schulen” als Oberstufen-Internatsschulen durch.
Sein Konzept für die Erziehung des Führungsnachwuchses sieht ein Erziehungs-
und Ausleseverfahren von der Grundschule bis zur “Ordensburg” vor.

ab 1939
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges verliert er an Einfluss gegenüber seinen
Rivalen Fritz Todt, Reichsminister für Bewaffnung und Munition, dessen Nachfolger Albert Speer und Fritz Sauckel, Generalbevollmächtigter für den
Arbeitseinsatz. Er versucht seinen Machtverlust durch forcierte und brutale, antisemitische Agitation auszugleichen.

1945
Verhaftung durch amerikanische Truppen. 25. Oktober: Er erhängt sich im Nürnberger Gefängnis, bevor ihm vor dem Internationalen Militärgerichtshof
der Prozess gemacht werden kann.  
 

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