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1893 Am 12. Januar wird er als Sohn eines Juristen und hochrangigen Kolonial- beamten und dessen Ehefrau Franziska in Marienbad (Bayern) geboren.
ab 1901 lebt er mit seinen vier Geschwistern und den Eltern auf den Besitztümern von Dr. von Epenstein.
1913 Abschluss der Kadettenanstalt mit dem Abitur und dem Offiziersexamen.
1914 Januar: Leutnant im 112. Infanterieregiment bei Mülhausen (Elsass). Nach Beginn des Ersten Weltkrieges Meldung zur Fliegertruppe.
1915 unternimmt er Aufklärungsflüge im Nordosten Frankreichs und erhält das Eiserne Kreuz Erster Klasse. Nach erfolgreicher Absolvierung der Flieger- schule in Freiburg wird er Jagdflieger, ist jedoch nach einem Abschuss ein Jahr lang nicht einsatzfähig.
1916/17 Nach weiteren Flugeinsätzen erhält er die Leitung der 27. Luftstaffel.
1918 Mai: Als einem der bekanntesten Jagdflieger im Ersten Weltkrieg wird ihm mit dem Orden Pour le Merite die höchste Kriegsauszeichnung verliehen. Juli: Nach dem Tod von Manfred Freiherr von Richthofen erhält er das Kommando über das legendäre Richthofen-Geschwader.
1919 - 1920 Er arbeitet als Kunstflieger und als Pilot der Zivilluftfahrt in Skandinavien.
1921 Rückkehr nach Deutschland. Er belegt die Vorlesungen für politische Wissen- schaften an der Münchner Universität, beendet das Studium jedoch nicht.
1922 Heirat mit der Schwedin Carin von Kantzow (geb. Fock) November: Auf einer Protestkundgebung gegen den Versailler Vertrag lernt er Adolf Hitler kennen und tritt der NSDAP bei. Hitler beauftragt ihn mit der Füh- rung der im Aufbau befindlichen Sturmabteilung (SA).
1923 9. November: Beteiligung am Hitler-Putsch. Nach dessen Scheitern flieht er schwerverletzt nach Österreich und Italien. Er entwickelt aufgrund der medi- kamentösen Behandlung eine Morphiumabhängigkeit.
1925 Er unterzieht sich einer Entziehungskur in einer schwedischen Heilanstalt, bleibt jedoch drogenabhängig.
1927 Nach der vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg erlassenen Amnestie für politische Straftaten kehrt er nach Deutschland zurück. Er arbeitet in Berlin als Vertreter für Flugzeugmotoren. Im Anschluss an ein Treffen mit Hitler in Mün- chen benutzt er seine gesellschaftlichen Beziehungen, um für die NSDAP Geld- mittel zu erlangen.
1928 - 1945 Mitglied des Reichstags für die NSDAP. Er gewinnt Vertreter der Industrie, der Reichswehr und der Aristokratie für die Nationalsozialisten.
1930 Hitler ernennt ihn zu seinem politischen Berater.
1932 30. August: Wahl zum Reichstagspräsidenten. da die NSDAP als stärkste Fraktion aus den Wahlen hervorgegangen ist.
1933 Nach Hitlers Regierungsantritt am 30. Januar wird er Reichsminister ohne Geschäftsbereich und erhält mit dem “Reichskommissariat für das preussi sche Innenministerium” die Kontrolle über die preussische Polizei. Er entlässt 22 der 32 Polizeipräsidenten, besetzt deren Positionen mit Nationalsozialisten und verstärkt die Polizei durch 50.000 Mitglieder der SA, der SS und des “Stahlhelm”. Durch Reorganisation des Sonderdezernats der politischen Polizei gründet er das Preussische Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa) unter der Leitung Rudolph Diels (1900-1957). Gemeinsam mit Heinrich Himmler und Reinhard Heydrich spielt er insbesondere nach dem Reichstagsbrand eine ent- scheidende Rolle bei der Verfolgung politischer Gegner und bei der Errichtung der ersten Konzentrationslager. 10. April: Ernennung zum Preussischen Ministerpräsidenten 29. April: Er gibt die Gründung des Reichsluftschutzverbandes bekannt. Männer und Frauen werden als Luftschutzwarte ausgebildet. Mai: Ernennung zum Luftfahrtminister August: Hindenburg ernennt ihn zum General. 26. April: Er veranlasst die Verlegung des Gestapa in die Berliner Prinz-Albrecht Strasse.
1934 Zu Ehren seiner verstorbenen Frau Carin lässt er in der Schorfheide (nördlich von Berlin) ein monumentales Jagdschloss bauen. 20. Mai: Er verliert das Preussische Ministerium des Innern mit der Gestapo, da es in das Reichsministerium des Innern überführt wird. 30. Juni/1. Juli: Mit Unterstützung Himmlers und Heydrichs leitet er die Ermordung der politischen Gegner. Juli: Ernennung zum Reichsforstmeister, Reichsjägermeister und Obersten Beauftragten für den Naturschutz.
1935 Im März übernimmt er den Oberbefehl über die neu gegründete Luftwaffe. 10. April: Heirat mit der Schauspielerin Emmy Sonnemann.
1936 Er setzt die junge Luftwaffe (Legion Condor) zugunsten Francos im Spanischen Bürgerkrieg ein. 18. Oktober: Ernennung zum Reichsbeauftragten für den Vierjahresplan. In enger Zusammenarbeit mit der Industrie bereitet er den Krieg vor.
1937 Er gründet in Salzgitter die staatseigenen “Reichswerke Hermann Göring”
1938 8. Februar: Ernennung zum Generalfeldmarschall der Wehrmacht. Auf seine Veranlassung hin wird enteignetes jüdisches Vermögen, das zuvor auf Sperrkonten lagerte, dem Staat zugeführt. November: Er verlangt von der jüdischen Bevölkerung eine Milliarde Reichsmark Schadenersatz für die Gewalttaten der Nationalsozialisten in der Reichskristall- nacht an den Juden. Letztlich werden die Juden zur Zahlung von 1,2 Milliarden Reichsmark gezwungen. Ihm untersteht die Koordination der Arisierungsmass- nahmen, die u.a. zur Ausschaltung der Juden aus der deutschen Wirtschaft führen.
1939 Ernennung zum Vorsitzenden des Reichsverteidigungsrates. Während des Zweiten Weltkrieges baut er seine Private Kunstsammlung durch Kunstraub in den besetzten Gebieten aus. Auf seinen Befehl erfolgen die Eingliederung der gesamten polnischen Industrie in das “grossdeutsche” Wirtschaftssystem, die Enteignung aller polnischen Juden und die gewaltsame Einziehung von zivilen polnischen Arbeitskräften für die deutsche Rüstungsindustrie.
1940 Ernennung zum Reichsmarschall des Grossdeutschen Reiches.
1941 Mai: Hitler beauftragt ihn offiziell mit der wirtschaftlichen Ausbeutung Russ- lands. 31. Juli: Er leitet Hitlers Befehl an Heydrich weiter, die Endlösung der sogenann- ten Judenfrage auf das gesamte von Deutschland beherrsche Gebiet Europas auszudehenen.
1942 Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz wird von ihm mit Vollmachten ausgestattet, die ihm die bedenkenlose Ausnutzung der russischen Zivilbevöl- kerung und der Kriegsgefangenen für die deutsche Industrie erlauben.
1942/43 Seine Luftwaffe scheitert bei dem Versuch, die bei Stalingrad eingeschlossenen Truppen zu unterstützen.
1944 Hitler bestätigt ihn in seiner Stellung als Beauftragter für den Vierjahresplan.
1945 21. Mai: Internierung im amerikanischen Lager Mondorf. September: Verlegung in das Gefängnis des Nürnberger Justizgebäudes. Oktober: Anklage vor dem Militärgerichshof in Nürnberg
1946 1. Oktober: Er wird in allen Punkten der Anklage für schuldig befunden und zum Tod durch Erhängen verurteilt. 15. Oktober: Wenige Stunden vor der Urteilsvollstreckung begeht er Selbstmord.
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